Unsere Historie
100 Jahre Verein
Der Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd blickt auf eine langjährige Tradition zurück, die im 19. Jahrhundert begann. Die Wurzeln des Verbands reichen bis 1884, als sich etwa 50 Obstbauinteressenten zur Gründung eines Vereins zur Förderung des Obstbaus in der Region versammelten.
Auch im 20. Jahrhundert erlebte der Verband wichtige Veränderungen und Herausforderungen, etwa den Verlust von Absatzgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg und die daraus resultierenden Anpassungen in der Vereinsstruktur. Später wandelte sich der Schwerpunkt von rein obstbaulichen Themen hin zu einem breiteren gartenbaulichen Engagement, einschließlich Blumenschmuck, Gartengestaltung und Ortsverschönerung, um den Mitgliedern weiterhin wertvolle Unterstützung zu bieten.
1880
Gründung eines Landesweiten „Württembergischer Obstbauverein“
1884
Gründungsversammlung des „Bezirks-Obstbau-Vereins Gmünd“ (mit 2-monatiger Vorbereitung) durch Lehrer Haas am 8.10.1884 im Josefle in Gmünd, Schriftführer August Feiler (bis 1901).
1906
Vorsitzender Lehrer Eith, Schriftführer: Postsekretär Reuter, Kassierer Russer
1909
Weiter Bezirksvorstände werden erwähnt : Pren und Jungel (1909 erwähnt). 1. Vors. Eith, 2. Vors. Fehrle
1913
Stelv. Vorstand Ratsschreiber Scheel berichtet, dass langjähriger Vorstand Hauptlehrer Eith das Amt niedergelegt habe. 22 Ortsvereine und 925 Mitglieder Schlossermeister Vogt erstattet Kassenbericht. Neu gewählt: Vorstand Hr. Ratsschreiber Scheel, stellv. Vorst. Reallehrer Butz,
1914 -1918
1. Weltkrieg
1920
10.02.1920: Rechnungrat Scheel tritt als 1. Vorsitzender 1920 zurück, Kassierer Schlossermeister Vogt tritt auch nicht mehr an.
1. Vors. Hauptlehrer Butz, 2. Vors. Hauptlehrer Betz, Kassierer: Bezirksbaumwart Völkert, Schriftführer Brachert.
1921
Nachkriegsneugründungen der Obstbauvereine veranlasst im Mai 1921 die Neugründung des Bezirks-Obstbauvereins Gmünd, Vorstand Reallehrer Butz
1921
Der Ortsobstbauverein Gmünd hat sich vom Bezirksobstbauverein gelöst.
1939 -1945
2. Weltkrieg
1956
1. Vors. Karl Keinzel
1968
1. Vorsitzender Paul Krauß (Heubach)
1973
Umbenennung von „Kreisobstbauverein“ in Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd“ initiiert durch die Kreisreform.
1983
1. Vorsitzender Landwirtschaftsdirektor Helmut Seiter
1995
Schriftführer Reinhold Maihöfer wird ersetzt durch Gerhard Kober (Heubach), Kassierer ist Hermann Knödler
1997
Einführung des Fachwartes
1998
Geänderte Satzung: 2. Vorsitzender als Stellvertreter Martin Mager (Waldstetten)
2001
1. Vorsitzender: Martin Mager, 2. Vorsitzender: Friedrich Kissling
2005
Geschäftsführer Gartenbauingenieur und Fachberater a.D. Siegfried Heller wird abgelöst durch Diplom Agraringenieur und aktueller Obst- und Gartenbauberater des Ostalbkreises, Franz-Josef Klement. Somit ist er auch nachfolgender Geschäftsführer im Bezirksverband
2009
Der Bezirksverband feiert sein 125-jähriges Jubiläum 2-tägig mit einer großen Ausstellung im Congress-Centrum und einem großen Festakt. Die erste Webseite des Bezirksverbandes geht online.
2014
Das Gebäude Streuobstzentrum wurde rechtzeitig zur Landesgartenschau fertig. Die Ausbildung zum Streuobst-Guide wurde entwickelt und die Schulung begonnen. Am 26.11.2014 wurde der Bezirksverband als „e.V.“ ins Vereinsregister mit der Nr. 1174 eingetragen. Das Vereinsregister wird nach Ulm verlagert, die neue Register-Nr. lautet 701174.
Die Entstehungsgeschichte des Streuobstzentrums
Streuobst ist ein prägender Teil unserer Landschaft im Raum Schwäbisch Gmünd. Die früher rund um den Ortsrand angebauten Obstbäume sind häufig dem Wachstum der Orte zum Opfer gefallen. Auch aus diesem Grund ist ein starker Rückgang der Streuobstbäume landesweit zu beobachten. Die Streuobstwiese bietet jedoch neben dem Genuss für das Auge in der Blüte im Frühjahr vielen Tierarten eine Heimat. Die Streuobstwiesen in Baden-Württemberg sind dabei in ihrer Artenvielfalt einzigartig in Europa. Die Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd bietet mit der Pflanzung von über 200 Streuobstbäumen und Sträuchern und der Anlage einer Streuobstwiese herausragende Anschauungsmöglichkeiten. Diese Gedanken waren Grundlage für die Konzeption eines regionalen Streuobstzentrums Schwäbisch Gmünd (Anlage), das der Bezirksverband für Obst- und Gartenbau im Landschaftspark Wetzgau initiiert hat. Der Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft ein wichtiges Ziel des regionalen Streuobstzentrums Schwäbisch Gmünd. Der Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd, dem 17 Obst- und Gartenbauvereine angehören und der im Landesverband für Obst und Garten (LOGL) organisiert ist, hat deshalb auf der Landesgartenschau 2014 seinen Beitrag den Rosaceae gewidmet. Die Pflanzenfamilie der Rosaceae ist eine sehr artenreiche Familie. Das gemeinsame Merkmal ist ein Blütenaufbau mit in der Regel fünf Kelch- und fünf Kronenblättern. In der Familie der Rosaceae finden sich krautige Pflanzen, Sträucher und Bäume. Beim Beerenobst finden wir hier Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Äpfel, Birnen, Kirschen, Quitten, Ebereschen, Aprikosen, Pfirsiche und die Mispeln zählen auch zu dieser Pflanzenfamilie. Diese Obstbaumarten und das Beerenobst finden sich alle in der Streuobstwiese, die in den nächsten 20 Jahren durch den Bezirksverband für Obst- und Garten gepflegt wird.
Für diese Aktivitäten wurde beschlossen, einen Pavillon der Obst und Gartenbauvereine zu erstellen. Die Architektur des Pavillons greift dabei die fünfteilige Blüte im Grundriss und in der Gestaltung auf. Die Obst- und Gartenbauvereine haben sich bereit erklärt, jeweils 100 Arbeitsstunden und einen finanziellen Beitrag für den Bau des Pavillons zu erbringen. Damit konnte jedoch nur ein Teil der Aufwendungen gedeckt werden. Vorsitzender Martin Mager erklärte beim Richtfest, dass das jetzt für den Zweck optimale Gebäude ohne die Unterstützung von Sponsoren nicht möglich gewesen wäre. Besonders bedanke er sich bei Herrn Ministerialdirektor Wolfgang Reimer für die Zuwendung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Ganz besonders freute sich Martin Mager, dass Herr Landrat Pavel als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Sparkassenstiftung Ostalb das Vorhaben als sehr positiv bewertet und sich die Sparkassenstiftung Ostalb finanziell engagiert. Ein weiterer Dank galt den Lieferanten der benötigten Materialien, die für den guten Zweck des Streuobstzentrums einen Teil des Materials spendeten. Auch Herr Rolf Heinzelmann, Verbandsdirektor des LOGL hat durch seine Mitwirkung zum Gelingen des Projektes beigetragen und ist für die Zukunft im fachlichen Bereich ein starker Partner. Ein besonderer Dank wurde der Landesgartenschaugesellschaft und insbesondere Herrn Oberbürgermeister Richard Arnold und Karl-Eugen Ebertshäuser ausgesprochen. Von Beginn wurde das Vorhaben eingebunden und begleitet. Die gemeinsame Entwicklung der Streuobstwiese und des Streuobstzentrums bringt mannigfaltige Synergieeffekte, die erst in der Zukunft sichtbar werden.
Ein positiver Auftakt war das Richtfest des Bezirksverbandes für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd auch für die Zeit nach der Gartenschau. Martin Mager konnte viele Vertreter von anderen Organisationen begrüßen, die sich mit Naturschutz, Landschaftsschutz oder Imkerei beschäftigen. Ein gemeinsames Miteinander für unsere Umwelt und unsere Natur eint und verbindet. Das Streuobstzentrum Schwäbisch Gmünd könnte in diesem Sinne die Plattform für ein Netzwerk der Organisationen und deren Aktivitäten werden, so der Wunsch von Martin Mager.
Die Landesgartenschau startete pünktlich zum 30. April 2014 und am 1. Mai lud Landrat Klaus Pavel zum Ostalbvesper ein. Stützpunkt war hierfür das Streuobstzentrum. Das Streuobstzentrum hatte eine starke Anziehungskraft, alle Vereine stellten sich mit eigenen Themen vor und berieten fachkundig die Besucher. Die Landesgartenschau 2014 war mit 2 Mio. Besuchern die am stärksten besuchte Landesgartenschau.
Das Streuobstzentrum nahm unmittelbar an die Landesgartenschau seine langfristige Bestimmung als Informations- und Schulungszentrum auf. Eine neue Ausbildung zum Streuobst-Guide wurde als BANU-zertifizierte(r) Natur- und Landschaftsführer(in) etabliert und war damit die erste Schulungsaktivität im Streuobstzentrum. Mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspierale wurden Möbel und Medieneinrichtungen beschafft.
